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	<title>LUKUHLUS - der LOHAS &#187; Verbraucherschutz</title>
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	<description>Nachdenkliches, News, Tipps, Fakten, Bilder, Rezepte und mehr rund um nachhaltiges Leben...</description>
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		<title>Wer KitKat isst, tötet Orang Utans!</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 01:33:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lukuhlus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucher]]></category>

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		<description><![CDATA[Na, da hat Greenpeace ein wahrlich heißes Eisen angefasst und sich mit einem der größten Lebensmittelkonzerne der Welt angelegt. Völlig zu Recht, wie nicht nur ich finde. Denn wieder einmal geht es um die Frage, wie weit die Natur noch zurückstecken soll, nur um unsere blinden Konsum zu befriedigen. Es geht um Palmöl. Dieses Wundermittel [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_595" class="wp-caption alignright" style="width: 330px"><img class="size-full wp-image-595" title="orang-utan" src="http://www.lukuhlus.de/wp-content/uploads/2010/03/orang-utan.jpg" alt="Orang Utan in seiner natürlichen Umwelt" width="320" height="240" /><p class="wp-caption-text">Lange wird es sie nicht mehr geben, wenn Lebensmittelkonzerne wie Nestle weiterhin rücksichtslos Palmöl einsetzen.</p></div>
<p>Na, da hat Greenpeace ein wahrlich heißes Eisen angefasst und sich mit einem der größten Lebensmittelkonzerne der Welt angelegt. Völlig zu Recht, wie nicht nur ich finde. Denn wieder einmal geht es um die Frage, wie weit die Natur noch zurückstecken soll, nur um unsere blinden Konsum zu befriedigen.</p>
<p>Es geht um Palmöl. Dieses Wundermittel der modernen Lebensmittelproduktion. Ohne Palmöl geht gar nichts mehr. Gäbe es diese Pflanze nicht, müssten wir kläglich verhungern. Zumindest wäre das so, wenn wir Nestle und den anderen Konzernen glauben, die Palmöl in unglaublichen Mengen verarbeiten.</p>
<p>Prinzipiell sollen sie das ja auch dürfen, das bestreitet niemand. Doch die Frage ist wieder mal, was hinter dem Supermarktregal passiert. Und das ist einfach unglaublich. Besonders, weil ich über die Brisanz des ganzen Themas <a target="_blank" href="http://lukuhlus.blog.de/2007/11/15/biodiesel_aus_palmol_gute_sache_oder~3300339/" target="_blank">Palmöl</a> schon im November 2007 mal gebloggt hatte &#8211; vor zweieinhalb Jahren. Was sich seitdem geändert hat? Nun, anscheinend gar nichts.</p>
<p>Laut Greenpeace ist Nestle absolut bekannt und bewusst, dass ihr indonesischer Lieferant für Palmöl keinesfalls nachhaltig produziert, sondern munter Urwald rodet und zu Palmöl-Monokulturen verwandelt, um die steigende Nachfrage zu decken. Da dieser Urwald aber die letzte Heimat der von Aussterben bedrohten Orang Utans ist, darf man wohl ohne Übertreibung sagen, dass jedes Nestle-Produkt, das bei uns in den Regalen liegt und in dem Palmöl enthalten ist, mit dem Blut unserer sehr nahen Verwandten aus dem Tierreich bezahlt wurde.</p>
<p>Genau das wollte Greenpeace eigentlich auch. Also alle Produkte anprangern. Strategisch dürfte es aber deutlich risikoloser gewesen sein, sich nur eins rauszupicken und exemplarisch an den Pranger zu stellen. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Anwälte Nestle beschäftigt und mit welchen Mitteln die zugeschlagen hätten, wenn man nicht nur eins, sondern eine große Palette ihrer Produkte angegriffen hätte.</p>
<p>Und um das Ganze so richtig schön zu verdeutlichen, gibt es auch ein wunderbaren Werbespot von Greenpeace, bei dem die wahren Fakten eingearbeitet wurden:</p>
<p><object style="width: 580px; height: 360px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="580" height="360" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/IzF3UGOlVDc&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" /><embed style="width: 580px; height: 360px;" type="application/x-shockwave-flash" width="580" height="360" src="http://www.youtube.com/v/IzF3UGOlVDc&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1"></embed></object></p>
<p>Na denn, lieber Leser. Es liegt an Dir.</p>
<p>Wirst Du in Zukunft noch KitKat oder eines der vielen anderen Nestle-Produkte mit Orang-Utan-Blut Palmöl essen? Oder wirst Du etwas kritischer als bisher einkaufen und vielleicht sogar die <a target="_blank" href="http://www.greenpeace.de/themen/waelder/mitmach_aktionen/aktion/petition/kein_palmoel_aus_urwaldzerstoerung/" target="_blank">Online-Petition von Greenpeace</a> unterzeichnen?</p>


<p>No related posts.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Südzucker bleibt auf (Gewinn-)Kurs &#8211; mit unserem Steuergeld!</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Jun 2009 11:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lukuhlus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie von n-tv hier gemeldet, hatte die Südzucker AG ein brilliantes erstes Geschäftsquartal und mit 88 Millionen Euro Gewinn einen 40%igen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Dank dieses guten Ergebnisses ist die Konzernleitung sehr zuversichtlich, dass der Gesamtertrag des Unternehmens das gesetzte Ziel von rund 400 Millionen Euro (im Vorjahr: 258 Millionen Euro) erreichen wird. [...]


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_380" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img alt="Der Südzucker AG geht es alles andere als schlecht. Millionengewinne, wohin man auch sieht." title="boersenkurs" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-380" src="http://www.lukuhlus.de/wp-content/uploads/2009/06/boersenkurs-300x225.jpg" /><p class="wp-caption-text">Der Südzucker AG geht es alles andere als schlecht. Millionengewinne, wohin man auch sieht.</p></div>
<p>Wie von n-tv hier gemeldet, hatte die Südzucker AG ein <a target="_blank" href="http://www.n-tv.de/wirtschaft/Suedzucker-bleibt-auf-Kurs-article381353.html">brilliantes erstes Geschäftsquartal</a> und mit 88 Millionen Euro Gewinn einen 40%igen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Dank dieses guten Ergebnisses ist die Konzernleitung sehr zuversichtlich, dass der Gesamtertrag des Unternehmens das gesetzte Ziel von rund 400 Millionen Euro (im Vorjahr: 258 Millionen Euro) erreichen wird.</p>
<p>Auch für kommende Zeiten sei das Unternehmen gut gerüstet, so dass einem weiteren Anstieg des Gewinns eigentlich nichts im Wege stehe.</p>
<p>Was diese Wirtschaftsmeldung jetzt in meinem Blog zu suchen hat? Nun &#8211; wie erst vor kurzem <a href="http://www.lukuhlus.de/2009/06/17/sudzucker-suses-leben-eu-argrarsubventionen-machen-es-moglich/">hier</a> geschrieben, ist die Südzucker AG mit 34 Millionen Euro Subventionsgeldern im Jahr 2008 ja der Spitzenreiter der Empfänger von EU-Agrargeldern. Also von unseren Steuergeldern. Und deswegen finde ich es sehr interessant zu lesen, dass es diesem Unternehmen offenbar tatsächlich extrem gut geht, es floriert und die Euros sprudeln ohne Ende &#8211; und dem auch so wäre, wenn sie keine Subventionen bekämen.</p>
<p>Deswegen also einmal mehr die Frage: sollten wir nicht langsam gegen diese ungerechte Verteilung unserer Steuergelder rebellieren? Wieso bekommt so ein gut verdienender Großkonzern Millionen auf dem Silbertablett präsentiert, wenn im gleichen Atemzug tausende von Milchbauern wegen des Preisdrucks miese machen, mehr und mehr von ihnen aufgeben müssen und die Grundidee der Erhaltung regionaler, bäuerlicher Strukturen mit Hilfe von Agrarsubventionen komplett ad absurdum geführt wird? Denn dafür waren genau diese Subventionen doch eigentlich auch mal gedacht: um beispielsweise den benachteiligten Allgäuer Bauern das Überleben zu sichern, auch wenn dort die Haltung von Kühen aufwändiger und damit teurer ist als in einem Massentierhaltungs-Betrieb in Spanien. Wenn diese Allgäuer Bauern also wegen des Preisdrucks weniger für ihr Fleisch bekommen, sollte dieser Agrarfond eigentlich dafür sorgen, dass er einen Ausgleich erhält und zumindest nicht draufzahlt. So, wie es aber jetzt gehandhabt wird&#8230;?</p>
<p>Wendet Euch doch also einfach mal an <a target="_blank" href="http://www.abgeordnetenwatch.de/">Euren Bundestagsabgeordneten</a> und fragt ihn, warum er nichts dagegen unternimmt, dass ihr mit Euren Steuergeldern ein gut florierendes Unternehmen finanzieren und diese unfaire EU-Subvenstionspolitik weiter unterstützen sollt.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Südzucker: süßes Leben &#8211; EU-Agrarsubventionen machen es möglich!</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Jun 2009 14:31:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lukuhlus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenkliches]]></category>
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		<description><![CDATA[&#160; Gestern wurden ja endlich die Empfänger der EU-Agrarsubventionszahlungen 2008 veröffentlicht, so wie das eigentlich schon lange von der EU gefordert wird. Aber von den 27 Mitgliedsstaaten hat Deutschland diese Zahlen als allerletzter herausgegeben. Und bekommt dennoch aus Brüssel eins auf den Deckel: die bayrischen Empfänger fehlen nämlich. &#8220;Mein Heimatland&#8221; weigert sich nach wie vor [...]


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<li><a href='http://www.lukuhlus.de/2009/06/10/samstag-13-juni-2009-carrotmob-in-berlin/' rel='bookmark' title='Permanent Link: Samstag, 13. Juni 2009 &#8211; Carrotmob in Berlin'>Samstag, 13. Juni 2009 &#8211; Carrotmob in Berlin</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#160;<div id="attachment_347" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><img alt="Man möge mir das fiese Bild verzeihen, aber als Steuerzahler komme ich mir beim Thema Subventionen echt verarscht und abgezockt vor." title="smoking-gangster" width="290" height="414" class="size-full wp-image-347" src="http://www.lukuhlus.de/wp-content/uploads/2009/06/smoking-gangster.jpg" /><p class="wp-caption-text">Man möge mir das fiese Bild verzeihen, aber als Steuerzahler komme ich mir beim Thema Subventionen echt verarscht und abgezockt vor.</p></div></p>
<p>Gestern wurden ja endlich die Empfänger der EU-Agrarsubventionszahlungen 2008 veröffentlicht, so wie das eigentlich schon lange von der EU gefordert wird. Aber von den 27 Mitgliedsstaaten hat Deutschland diese Zahlen als allerletzter herausgegeben. Und bekommt dennoch aus Brüssel eins auf den Deckel: die bayrischen Empfänger fehlen nämlich. &#8220;Mein Heimatland&#8221; weigert sich nach wie vor standhaft, die Namen der Geldempfänger bekanntzugeben.</p>
<p>Mit für uns Steuerzahler eigentlich unverschämten Argumenten versuchten und versuchen die zuständigen Behörden und Politiker uns also vorzuenthalten, was da mit unserem Geld passiert.&#160;Denn offenbar ist der Druck der Interessenverbände und sonstiger Lobbyisten, die für die Beschenkten agieren, größer als unser Druck. Also die, die das Geld bekommen, haben mehr Macht als diejenigen, die dieses Geld zur Verfügung stellen. Das versuch ich meiner Bank bei der nächsten Kreditverhandlung auch mal, klarzumachen&#8230;</p>
<p>Allerdings &#8211; wenn ich mir <a target="_blank" href="http://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/agrar_empfaenger.html">diese Liste</a> so ansehe, kann ich diese Angst seitens der Politik und Interessenverbände gut verstehen. Denn in meinen Augen ist es ein Skandal sondersgleichen, was da mit unserem Geld finanziert wird.&#160;Schade nur, dass das Ganze im derzeitigen Gewühl um Internet-Zensursula, Wahlkampf und Schweinegrippe untergehen wird. Denn obwohl in den Zahlen wirklich heftiger Zündstoff liegt und auch viele Publikationen und Blogs das Thema aufgreifen &#8211; es fehlt die wirklich spürbare Empörungswelle. Bisher zumindest&#8230;</p>
<h2>Subventionen im Sinne des Erfinders</h2>
<blockquote>
<p><b>Subventionen</b> (von lat. subvenire = zu Hilfe kommen) sind materielle Vorteile ohne unmittelbare Gegenleistung, die von einem Staat an Unternehmen oder andere Staaten geleistet werden.<br />
(Von: <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Subvention">Wikipedia</a>)</p>
</blockquote>
<p>Also als hoffentlich durchschnittlich mündiger Bürger verstehe ich das so, dass man Subventionen an Unternehmen vergibt, die aus irgendeinem Grund benachteiligt wurden oder unverschuldet in Probleme geraten oder dergleichen. Oder wenn eine Menge Arbeitsplätze dran hängen. Also auf jeden Fall muss da ein Unternehmen ein berechtigtes &#8220;aber hey, das ist unfair!&#8221; von sich geben können.&#160;Wenn demnach beispielsweise aus Prinzip unser Braunkohleabbau im Ruhrpott wegen der tausenden Arbeitsplätze weiter betrieben werden soll, obwohl polnische oder russische Kohle um einiges billiger ist &#8211; dann kann es für den Staat und auch uns Steuerzahler durchaus rentabel sein, diesen Betrieben was zuzuschießen, anstatt den betroffenen Arbeitern möglicherweise über Jahre hinweg Arbeitslosengeld oder Hartz IV zu zahlen. Oder wenn eine Firma Opel auch ohne eigene Mißwirtschaft vorübergehend in finanzielle Probleme gerät und es gute Konzepte gibt, den Karren aus dem Dreck zu ziehen &#8211; auch da würde ich noch verstehen, wenn der Staat etwas zuschießt, um diesem Unternehmen diese Chance zu geben.</p>
<p>Auf jeden Fall hängt für mich mit meinem Verständnis aber ein konkreter Bedarf an dem Ganzen. Also das Solidaritätsprinzip. Wenn ein Unternehmen in Schieflage gerät, kann und sollte darüber beraten werden, ob die Gemeinschaft nicht zusammenlegt und ihm helfend unter die Arme greift. Logisch und fair, oder?</p>
<h2>Subvention im EU-Alltag</h2>
<p>Ganz anders allerdings der Alltag der Agrarsubventionen. 5,4 Milliarden Euro wurden für 2008 allein an deutsche Betriebe gezahlt. Doch wo geht das Geld hin? Natürlich: an die bedürftigen Betriebe! Die jammernden Milchbauern vor allem, die unter dem Druck der Molkereien mit dem Milchpreis so nach unten gehen müssen, dass sie im Endeffekt sauber draufzahlen. Was? Das glaubst Du, lieber Leser? Tja &#8211; verarscht. Genau diese Betriebe bekommen am allerwenigsten, wenn überhaupt was von diesem Geldtopf ab&#8230;</p>
<p>Denn die Höhe der Zahlung ist primär an die Betriebsgröße gebunden. Also vereinfacht ausgedrückt: je mehr Hektar und Kühe und Schweine ein Bauer besitzt, desto mehr bekommt er. Egal übrigens, ob er dabei in irgendeiner Weise ökologisch wirtschaftet oder ob er mit massivem Chemie-Einsatz und nicht artgerechter Massentierhaltung arbeitet. Und auch ungeachtet dessen, ob er wirklich bedürftig ist, oder ob er eigentlich einen gut florierenden Betrieb hat. Oder andersrum: ein Bio-Bauer, der höhere Erzeugerkosten hat, sein Zeug aber vielleicht nicht so gut losbekommt und daher Miese macht, bekommt deswegen auch nicht mehr als jemand, der einen hochrationalisierten Betrieb führt und jährlich einen 5stelligen Gewinn einfährt. Ist doch auch fair so, oder?</p>
<p>Doch damit noch nicht genug: Agrar ist im Sinne der EU-Subventionen ein sehr dehnbarer Begriff. Unsereins denkt dabei natürlich an Landwirte. Die EU hingegen auch an Betriebe, die landwirtschaftliche Erzeugnisse weiterverarbeiten. Und sogar an Betriebe, die eigentlich gar keine wirkliche Landwirtschaft betreiben, sondern beispielsweise nur einen Wald oder sonstige Flächen bewirtschaften. Wobei hierfür übrigens schon auszureichen scheint, sie zu besitzen und einmal im Jahr einen Späher drüberzuschicken, ob da noch alles in Ordnung ist. Anders kann ich mir die groteske Liste der Spitzenempfänger unserer Steuergelder nicht erklären.</p>
<h3>Top-Empfänger: Südzucker AG &#8211; 34 Mio. Euro</h3>
<p>Richtig gelesen. Die Südzucker AG. Ein börsennotiertes Unternehmen, das laut <a target="_blank" href="http://www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/Geschaeftsjahr-2008-09/Gewinn-und-Verlust-Rechnung/">ihrer eigenen Gewinn- und Verlustrechnung</a> im Geschäftsjahr 2008/2009 einen Überschuss von satten 183,2 Millionen Euro eingefahren hat, bekommt aus Brüssel einen Scheck über gut 34 Millionen Euro zugesteckt. Von unserem Geld. Wenn wir mal rund 80 Millionen Bundesbürger annehmen, hat demnach letztes Jahr jeder von uns knapp 50 Cent für Europas größten Zuckererzeuger ausgegeben. Also richtig gespendet, so wie man es einem Obdachlosen am Bahnhof in die Büchse werfen würde. Ohne dass Südzucker uns dafür was geben würde. Nein, einfach so.</p>
<p>Also ich weiß nicht, wie es Euch dabei geht, aber ich finde das doch einen Skandal sondersgleichen. Warum bekommt ein offenbar bestens funktionierendes Unternehmen eine derartige Menge Geld einfach so zugesteckt? Wo ist hier der &#8220;Bedarfsfall&#8221;? Selbst wenn man diese 34 Millionen Euro wegrechnet, bliebe ja noch ein Überschuss von 148 Millionen Euro. Die Aktionäre würden dann zwar vielleicht keine 86 Cent pro Aktie mehr bekommen, sondern vielleicht nur noch 70 Cent (hab einfach mal prozentual runtergebrochen), aber hey &#8211; ist Euch das etwa zu wenig oder was? Oder anders gesagt: wieso soll ich mit meinen Steuern eigentlich überhaupt Eure Aktiengewinne finanzieren??? Ich glaub, es hackt hier im Lande, aber ganz gewaltig!</p>
<h3>Platz #2: Land Schleswig Holstein &#8211; 12 Mio. Euro</h3>
<p>Das hat mich auch sehr überrascht. Das Land Schleswig Holstein erhält Agrarsubventionen von der EU? Wieso das denn eigentlich? Leider konnte ich dazu keine Details finden bzw. ist dazu wohl ausführlichere Recherche nötig, für die mir im Moment die Zeit fehlt. Wenn dazu also jemand was weiß &#8211; bitte ab damit in die Kommentare!</p>
<h3>Platz #3: Betriebsstätte Emlichheim, Emsland Stärke &#8211; 8 Mio. Euro</h3>
<p>Auch hierzu finde ich leider keine Daten zum erwirtschafteten Gewinn dieses größten deutschen Produzenten von Kartoffelstärke. Im Jahr 2004 betrug der Umsatz aber satte <a target="_blank" href="http://www.wer-zu-wem.de/firma/Emsland.html">332 Mio. Euro</a> und 2007 lag dieser bei <a target="_blank" href="http://www.harnisch.com/fmtg/files/pdf/508/emsland_staerke.pdf">332 Mio. Euro</a>. Also halte ich es erstens für sehr unwahrscheinlich, dass aus diesem Umsatz kein Gewinn erwirtschaftet würde und zweitens für noch unwahrscheinlicher, dass dieser 2008 so radikal gefallen sein dürfte. Also auch hier: warum zahle ich eigentlich für ein gut florierendes Unternehmen?</p>
<h3>Töpfer, Storck, Campina, Ferrero&#8230;</h3>
<p>Die Liste setzt sich fort mit hunderten bekannter und unbekannter Namen von Betrieben, die teilweise Subventionen in Millionenhöhe erhalten &#8211; obwohl ziemlich sicher sein dürfte, dass nur die wenigsten davon tatsächlich bedürftig im Sinne des gesunden Menschenverstands sind. Macht Euch doch einfach selber mal den Spaß und nutzt das <a target="_blank" href="http://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche">Suchformular</a> &#8211; und erschreckt erst mal genauso wie ich darüber, dass man schon 1.000.000 Euro als minimalen Gesamtbetrag angeben muss, damit das System nicht immer nur &#8220;Es liegen mehr als 500 Ergebnisse vor&#8221; ausspuckt.</p>
<h2>Und wo ist nun Bauer Huber aus Hinterdumpfingen?</h2>
<p>Genau das frage ich mich auch. Also zum einen finde ich natürlich keinen einzigen Bauern aus meiner Nachbarschaft, einfach weil Bayern sich ja dagegen sträubt, diese Daten herauszugeben. Unter anderem aus genau diesem Grund: da könnte ja Bauer Meier nachschauen, was Bauer Huber bekommt und das führt dann unweigerlich zu Neid und Streit. So ein Firlefanz. Also natürlich würde mich das interessieren, aber auch nur aus dem Grund, weil ich wissen möchte, ob mein bevorzugter, weil fast benachbarter Bio-Bauer Schönegge aus Meilendorf bei Nandlstadt überhaupt etwas von der EU bekommt &#8211; und was im Gegensatz dazu die konventionellen Bauern mit vergleichbarer Betriebsgröße um ihn rum bekommen.</p>
<p>Da ich das also nicht machen kann, seid Ihr herzlich eingeladen: <a target="_blank" href="http://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche">klickt hier</a> und sucht mal nach einem Biohof in Eurer Umgebung. Und dann nach einem konventionellen Hof in Eurer Umgebung. Und dann vergleicht. Wie sieht denn das Ergebnis aus?</p>
<h2>Du zahlst 67,50 Euro im Jahr in die Taschen der Großverdiener</h2>
<p>Wenn ich mir nun also ansehe, wohin unsere Steuergelder da fließen&#8230;? Zu einem großen Teil geht das Geld an Betriebe, die es wohl alles andere als nötig haben, d.h. wir zahlen denen das Geld nicht, damit sie ihren Betrieb erhalten können, sondern damit sie noch mehr Gewinn erwirtschaften als sie sowieso schon durch das eigene Geschäft haben&#8230;? Klingt das nicht ein klein wenig nach &#8220;lass es uns den Armen wegnehmen und unter den Reichen aufteilen&#8221;? Wir alle werden dazu verdonnert, über unsere Steuern Betriebe zu noch mehr Gewinn zu verhelfen, der im Endeffekt nur in den Taschen der Aktionäre oder sonstiger Inhaber landet.</p>
<p>Und wenn man sich das mal ausrechnet: 5,4 Milliarden Euro Subventionen fließen nach Deutschland. Da wir einer der größten Nettozahler überhaupt sind, gehen wir also vereinfacht gesagt mal davon aus, dass diese 5,4 Milliarden von uns selbst bezahlt werden. Also zahlt jeder unserer rund 80 Millionen Köpfe in Deutschland pro Jahr 67,50 Euro. Also die oben berechneten 50 Cent für Südzucker, 15 Cent für das Land Schleswig-Holstein, 10 Cent für die Emsland Stärke und so weiter und so fort.</p>
<p>Findest Du das gerecht?</p>
<h2>Ein Schelm ist übrigens&#8230;</h2>
<p>&#8230;wer sich schlechtes dabei denkt, dass diese Zahlen von Deutschland jetzt so lange hinausgezögert wurden, dass die EU-Wahlen vorbei sind und wir eine Chance gehabt hätten, mit unserem Stimmzettel unter anderem gegen genau dieses Milliardengrab vorzugehen. Denn man darf ja auch nicht vergessen, dass wir nur eins von 27 Ländern in der EU sind. Und da wir mit am meisten zahlen, fließen eben deutlich mehr als nur die 67,50 Euro pro Jahr von unseren Lohnbescheinigungen direkt zu irgendwelchen &#8220;bedürftigen&#8221; Unternehmen irgendwo in Europa. Auch deprimierend ist die Tatsache, dass die Quoten der Subventionszahlungen bereits für die nächsten Jahre festgeschrieben sind. Diese wurden nämlich bereits letztes Jahr beschlossen. Auch wieder kurz bevor in Deutschland endlich ein paar Zahlen öffentlich wurden und ein Aufschrei durchs Land ging, warum sogar RWE und die Lufthansa <strong>Agrar</strong>subventionen bekommen&#8230;</p>
<p>Also nicht falsch verstehen: ich finde prinzipiell das Konstrukt von Agrarsubventionen gar nicht mal so schlecht. Aber es sollte doch allein Betrieben vorenthalten bleiben, die nicht bereits im Geld schwimmen? Oder noch weiter gefasst: eigentlich sollte es ja schon rein dem Namen nach wirklich nur Betrieben zu gute kommen, die tatsächlich landwirtschaftlich tätig sind, nicht aber das verarbeitende Gewerbe.</p>
<p>Oder bin ich einfach nur zu dumm, um den dahinterliegenden, ökonomischen Sinn bzw. Wert dieser finanziellen Gießkannenmentalität zu verstehen?</p>
<p>&#160;</p>


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		<title>Samstag, 13. Juni 2009 &#8211; Carrotmob in Berlin</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Jun 2009 09:18:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lukuhlus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gerade habe ich von dieser Aktion erfahren &#8211; und finde fast etwas schade, dass ich am anderen Ende der Republik wohne. Da würde ich nämlich schon auch gerne mitmachen. Zwar haben Mob-Aktionen gerade in Berlin ja wegen der regelmässigen Krawalle zum 1. Mai immer einen etwas komischen Beigeschmack &#8211; aber dieser Carrotmob ist echt gänzlich [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_329" class="wp-caption alignright" style="width: 330px"><a target="_blank" href="http://vimeo.com/2913530"><img height="271" width="320" src="http://www.lukuhlus.de/wp-content/uploads/2009/06/carrotmob.gif" class="size-full wp-image-329" title="Carrotmob" alt="Carrotmob - wenn wir uns zusammentun, können wir tatsächlich was verändern. (Klick auf das Bild, um zum Video zu gelangen)" /></a><p class="wp-caption-text">Carrotmob - wenn wir uns zusammentun, können wir tatsächlich was verändern. (Klick auf das Bild, um zum englischen Video zu gelangen - das meiste davon ist aber ohne Worte)</p></div>
<p>Gerade habe ich von <a target="_blank" href="http://www.carrotmobberlin.com/">dieser Aktion</a> erfahren &#8211; und finde fast etwas schade, dass ich am anderen Ende der Republik wohne. Da würde ich nämlich schon auch gerne mitmachen. Zwar haben Mob-Aktionen gerade in Berlin ja wegen der regelmässigen Krawalle zum 1. Mai immer einen etwas komischen Beigeschmack &#8211; aber dieser Carrotmob ist echt gänzlich anders.</p>
<p>Eigentlich eine geniale Idee. Es heißt ja immer, dass wir Verbraucher die Macht im Geldbeutel haben und diese nutzen sollen. Allerdings: so lange wir das nur vereinzelt tun, wird da nie was draus. Die Unternehmen werden es nicht wirklich spüren, wenn hin und wieder mal einer von 100 oder 1000 aus &#8220;Protest&#8221; woanders kauft.&#160;Also gibt es nur eins: zusammentun! Und gemeinsam nicht einen oder mehrere &#8220;bestrafen&#8221;, sondern umgekehrt einen einzigen wirklich konzentriert belohnen.</p>
<h2>Treiben wir die Esel an &#8211; mit Karotte oder mit Rute?</h2>
<p>Auf der <a target="_blank" href="http://www.carrotmob.org/">amerikanischen Carrotmob-Seite</a> findet sich zu der Frage, wo der Name überhaupt herkommt, eine echt amüsante Erklärung (ich hab mal frei übersetzt):</p>
<blockquote>
<p>Es gibt ein altes Sprichwort, nach dem Du zwei Möglichkeiten hast, einen störrischen Esel anzutreiben: entweder hängst Du ihm eine Karotte vor&#8217;s Maul oder Du gibst ihm die Rute auf&#8217;s Hinterteil. Stellen wir uns Unternehmen nun mal als solche Esel vor, die sich eigentlich gar nicht in Bewegung setzen wollen. Traditionelle Verbraucher-Aktivitäten sind nun wie ziemlich viel Rute. Proteste, Gerichtsverfahren, Boykotte &#8211; und so weiter. Wir hingegen wollen mal die Karotten-Methode ausprobieren. Wir glauben, dass es möglich ist, Unternehmen zu großen Veränderungen zu bewegen, wenn wir ihnen im Gegenzug entsprechende Gewinne versprechen. Ein absolut positives Modell also, bei dem es keine Anfeindungen gibt und bei dem jeder gewinnt.</p>
</blockquote>
<p>&#160;</p>
<p>Na, das hört sich doch echt schlüssig an!</p>
<p>&#160;</p>
<h2>Wettstreit der Unternehmen</h2>
<p>Wie funktioniert das Ganze nun also? Bisher läuft es so, dass vorab ein Termin festgelegt wird. Dann werden potentielle Läden ausgesucht und befragt, was sie denn mit dem Mehrumsatz tun würden, wenn wirklich an diesem Tag alle Carrotmobber in ihr Geschäft und nicht in andere Läden stürmen würden. Und der, der mit diesem Geld am meisten für die Umwelt oder den Verbraucher tut, der bekommt den Zuschlag und wird offiziell den Carrotmobbern empfohlen, also dass sie an dem Tag ihre sowiese fälligen Einkäufe einfach dort tätigen und nicht woanders.</p>
<p>Interessant ist ja, dass es dabei wirklich nur Gewinner gibt. Der Unternehmer hat überhaupt nichts zu verlieren, weil er ja nur etwas mit dem überschüssigen Geld tut, das er unerwarteterweise bekommt, d.h. er muss nichts aus seinem laufenden Geschäft nehmen und hat deswegen kein Risiko. Und der Kunde hat auch kein wirkliches Problem, denn er muss ja an dem Tag sowieso einkaufen gehen &#8211; und ob er das jetzt hier oder dort tut&#8230;? Gut, sicher gibt es preisliche Unterschiede, aber es ist ja nicht gesagt, dass man beim ausgewählten Laden automatisch immer am teuersten wegkommt.</p>
<p>Außerdem geht es um das wichtigste: man tut als Kunde etwas für seine Interessen &#8211; und die Unternehmen merken nicht nur im Rahmen von ein paar Prozent Marktanteil, sondern an einem richtig massiven Tag, dass sie belohnt werden, wenn sie etwas tun!</p>
<h2>Who&#8217;s the winner?</h2>
<p>Was passiert nun also kommenden Samstag genau? Ziel dieser ersten deutschen Aktion ist der &#8220;Multikulti Spätkauf&#8221; in Kreuzberg. Dessen Besitzer hat sich bereiterklärt, 35% des ganzen Umsatzes, den er an diesem Tag macht, in einen umweltgerechtere Renovierung seines Ladens zu investieren. Er wird also beispielsweise an der Dämmung arbeiten, um seine Heizkosten reduzieren und dergleichen und damit CO2 sparen.</p>
<p>Doch das ist erst der Anfang. Wie die Initiatoren der Aktion betonen, ist das quasi nur die Einführungsaktion für Deutschland. Ziel war also, überhaupt erst mal das Prinzip bekannt zu machen. Und das geht am besten mit Hilfe eines solchen allgemeinen Themas. Also Samstags, wenn sowieso jeder was fürs Wochenende einkaufen muss. In Zukunft sollen aber alle möglichen weiteren Aktionen folgen. Die aber auch nicht unbedingt so regional beschränkt bleiben müssen. Denkbar wäre ja auch, dass man das auf das Internet ausweitet und beispielsweise alle an einem Tag in einem entsprechenden Webshop zum virtuellen Shopping gehen, anstatt das wie gewohnt bei Amazon oder ebay oder sonstwo zu tun.</p>
<h2>Mitmachen? Mitmachen!</h2>
<p>Wichtig ist auch zu sagen, dass wirklich jeder Ideen einbringen kann, wann und wo der nächste Carrotmob-Day stattfinden soll und wie man ihn gestalten könnte. Und je mehr das sind, desto mehr wird auch passieren! Also auch wer da nicht unbedingt aktiv mitmachen kann oder will &#8211; zumindest den Newsletter kann man abonnieren, um auf dem Laufenden zu bleiben. Und weitersagen ist wie immer Gold wert, denn da die Mache ja nichts damit verdienen, fällt kostenpflichtige Werbung somit aus. Deswegen auch mein Eintrag hier &#8211; erzählt es weiter und macht vielleicht sogar selber mit!</p>


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