LUKUHLUS – der LOHAS

Nachdenkliches, News, Tipps, Fakten, Bilder, Rezepte und mehr rund um nachhaltiges Leben…

Lowcarb – Tag 10: ich will Fleisch…

Lowcarb ist fällig, wenn man sich so fühlt

Lowcarb ist spätestens dann fällig, wenn man sich so fühlt

An Neujahr stand ich zuletzt auf der Waage. Und ich wollte das Ding an die Wand werfen. Dank Engagement und daraus resultierendem Stress im Job habe ich das Essen in den letzten zwei Jahren ziemlich vernachlässigt. Also nicht, was die Menge angeht. Sonst wär ich ja kaum mit der Waage auf Kriegsfuß. Aber ich habe mich ungesund ernährt. Essen wurde zum bequemen Beiwerk. Magen grummelt, also wird er bedient. Mit was auch immer schnell erreichbar und appetitlich war. Die ehemalige Bio-Fanatik ist gewichen, einfach weil der Bioladen und ich logistisch (Arbeitszeiten vs. Ladenöffnungszeiten) nicht mehr zusammenpassten. Selbst Tiefkühlpizza hat wieder Einzug in meine Wohnung gehalten. Und da stand ich also mit meinen 101,3kg. Und ekelte mich vor mir selbst…

Am Dienstag letzter Woche dann die Katharsis. Ich las den genialen Artikel des Kollegen in der GQ über seine konsequente Umstellung auf Lowcarb und seine Metamorphose von Hosengröße 36 auf 31. Und erinnerte mich an die Zeit, als ich das schon mal machte. Auch ich nahm damals zügig ab, machte aber den Fehler, mich zu sehr auf Fleisch, Käse und Wurst zu stürzen, was wiederum meinem Cholesterinwert nicht gut tat. Also gab ich es damals wieder auf. Und landete wieder in der Kohlenhydratfalle.

Der Entschluss, es diesmal besser zu machen, war also gefasst. Konsequent esse ich seitdem lieber einen Apfel als eine Leberkäsesemmel zum Frühstück, verzichte auf Nudeln, Reis, Kartoffeln und Brot zugunsten von Gemüse, Obst und Salat – und bin sogar von geschätzten 2 Liter Kaffee auf 3 Liter Tee am Tag umgestiegen. Ungesüßt, selbstverständlich.

Und was soll ich sagen? Die ersten Kilos sprangen förmlich von mir ab, genauso wie damals schon. Am Sonntag hatte ich unglaubliche 97,8kg. Meine Hosen sind endlich wieder tragbar – und am allerwichtigsten: ich habe kein Sodbrennen mehr. Brauchte ich davor pro Woche mehrmals Riopan oder Maaloxan, kann ich inzwischen sogar wieder einen Whisky genießen, ohne Magenschmerzen davon zu bekommen. Kurzum: eigentlich gehts mir schon jetzt so gut wie schon fast zwei Jahre nicht mehr.

Allein – es ist echt schwer, sich in dieser Welt der schnell verfügbaren Kalorien auf diese Weise zu ernähren. Ständig ist man von Nudeln, Kartoffeln, Reis, Brot, Paniertem und Gezuckerten umgeben. Ich bin in der glücklichen Lage, eine wirklich gute Kantine zu haben, in der frisch für jede Bestellung gekocht wird und echt gute Köche am Werk sind. Aber schon letzte Woche musste ich mich mit meinen Sonderwünschen unbeliebt machen. Nudeln mit Gemüse oder Fleisch mit Reis. Natürlich, wenn man dann fragt, ob man lieber Fleisch mit Gemüse haben könnte, ist das zwar überhaupt kein Problem – aber eben nicht, wenn man das jeden Tag machen muss.

Viel gemeiner: diese Woche gibts nur Kohlenhydrate mit Kohlenhydraten gemischt. Also gar keine Kombinationsmöglichkeit mehr. Aber was solls – dafür hatte ich viel guten Salat.

Wie dem auch sei: ich kanns nicht versprechen, dass ich es zeitlich immer schaffe, aber ich habe mir fest vorgenommen, die nächsten Wochen regelmässig hier niederzuschreiben, wie es mit der Umstellung weitergeht. Und viel wichtiger: welche Auswirkungen das auf meinen Körper hat! Ich bin ja nach wie vor überzeugt, dass Lowcarb eigentlich eine sehr gesunde und natürliche Ernährungsweise ist, wenn man wie ich nicht einer dieser verrückten Hobby-Profi-Sportler ist, der die Energie natürlich schon brauchen kann. Gerade deswegen sollte ich aber eigentlich nicht Nudeln und Zucker in mich reinschaufeln. Als Schreibtischtriathlet (Tippen, Telefonieren, Dösen) brauche ich das nicht. Also brauche ich im Gegenteil Nahrung, die meinen Blutzuckerspiegel niedrig hält, damit mein Körper auf Fett- statt Kohlenhydratverbrennung umstellt.

Bei der Gelegenheit noch ein Memo an mich selbst: der Salat heute in der Kantine war interessant-lecker. Eisbergsalat, Chicoree, Mangold, Gurke, Karotte und Tomate mit Apfel- und Melonenspalten und Honig-Sesam-Dressing. (Bevor ein Aufschrei kommt: jaja, Honig – Zucker – Kohlenhydrate… Aber ich mache ja kein Nocarb. Das wäre Atkins. Ich mache Lowcarb und vermeide einfach nur die “verarbeiteten” Kohlenhydrate. Natürliche, wie zum Beispiel Fruktose im Obst gehöre seit Jahrtausenden zu unserer Ernährung und die gönne ich mir eben auch – die gepimpten, konzentrierten Kohlenhydrate in Mehl und Zucker aber eben nicht.)

Verwandte Einträge:

  1. Rotes Fleisch ist tödlich! Wie in der letzten Woche zahlreich durch die Medien ging,...

Schlagworte:

3 Kommentare

  1. Hui .. er schreibt wieder ;)

    Bei mir sieht das derzeit etwas anders aus: Ich stelle von “extraviel Nudeln mit was dazu” auf “extraviel Reis mit viel anderem dazu” um. Rein technisch gesehen ist die angepeilte Ernährung der von meiner Mutter – die sowohl eine Laktose- wie auch Glutenintoleranz hat – sehr ähnlich; allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass Milch (+ darauf basierende Lebensmittel) nicht aus meinem “Fressplan” gestrichen sind.

    Seit der schrittweisen Umstellung seit Anfang November hat sich doch schon einiges getan: Mein Gürtel lässt sich wieder – wie vor 2 Jahren (!) – ein Loch enger schnallen. Ebenso ist das “Zucker-Vermissen” massiv zurückgegangen. Momentan vermisse ich eher Vanille, als das zugehörige Eis .. :D

    Eine Lowcarb-Diät/ -Ernährungsumstellung, wie du sie durchführst, wäre für mich schon allein aufgrund der Lebensmittel(kreuz)allergien nicht machbar.

    cu, w0lf.

  2. Hallo Lukuhlus!

    Erstmal: Sehr schöner Blog, Kompliment!

    Dann zu Deinem Fleisch-/Cholesterinproblem: Ich selbst bin Vegetarierin und ernähre mich seit einigen Monaten nach einer vegetarischen Atkinsvariante. Seit einigen Wochen blogge ich auch darüber. Vielleicht magst Du bei mir mal reinschauen und Dir dort vielleicht Anregungen für die eine oder andere Mahlzeit ohne Fleisch holen?

    Bis jetzt sind noch nicht so richtig viele Rezepte drin, aber ich will fleißig dabei bleiben und immer mal wieder eins einstellen.

    Dir jedenfalls alles Gute und toitoitoi!
    Zora

    P.S.: Ich bleib ab jetzt natürlich dabei und werde Deine zukünftigen Erfolge mitverfolgen :o )

    • Hallo Zora,

      Respekt! Vegetarisch zu leben habe ich lange versucht, aber irgendwie “brauche” ich das Fleisch. Wenn das mit den Gen-Typen so stimmt, ist das auch verständlich – aber dazu wollte ich demnächst sowieso mal was schreiben.
      Und zweites Respekt: darauf auch noch Atkins zu packen ist echt eine Herausforderung.
      Aber der Erfolg gibt Dir ja recht.
      Ich bin ja mal gespannt – Dein Feed ist ebenfalls schon abonniert… ;o)

      Cheers,
      Markus

Schreib Doch einen Kommentar: