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Kaffeemaschinen-Hersteller können nicht rechnen!

Kaffee - frisch gebrüht... Welch Köstlichkeit! Wenn sie einem nicht durch einen Ingenieur mit Dyskalkulie vermiest wird.

Kaffee - frisch gebrüht... Welch Köstlichkeit! Wenn sie einem nicht durch einen Ingenieur mit Dyskalkulie vermiest wird.

 

Habt Ihr auch so einen genialen Kaffee-Vollautomaten? Ja? Wart Ihr dann eigentlich auch schon mal wie Rumpelstilzchen vor der Maschine gestanden und habt den Entwickler in lauten Tönen mit Vokabeln bedacht, die frommen Menschen die Schamesröte ins Gesicht treibt? Nicht? Na, da habt Ihr aber Glück gehabt. Oder Ihr seid leidensfähig…

Denn obwohl ich meine tolle DeLonghi ESAM 4000 wirklich nicht mehr missen möchte – ich könnte dem Designer oder Entwickler oder wie auch immer man ihn nennt, eine Kette um den Hals binden und ihn zum Wasserträger degradieren. Laufen und schleppen soll er, bis er endlich die Multiplikation und den Umgang mit Volumina lernt.

Warum ich so böse bin? Ganz einfach: wie viel Hirn braucht es, um auszurechnen, wie viel Wasser noch im Tank sein muss, damit man sich ein “Haferl”, also zwei normale Tassen Kaffee brühen kann? Na, wie schwer ist das zu berechnen? Richtig: selbst ein Kleinkind würde doch wahrscheinlich sogar noch auf die Idee kommen, einfach das größtmögliche Haferl mit Wasser zu füllen, es in den Tank zu kippen und zu sagen: so viel oder mehr muss drin sein.

Doch das geht offenbar weit über den Horizont dieser Halbkreis-Ingenieure nicht nur bei DeLonghi hinaus. Denn wie oft bekam ich jetzt schon nur eine halbe Tasse oder eine nur zu dreiviertel volle Tasse oder einmal sogar eine mit nur ein paar Tröpfchen drin? Oft. Viel zu oft!

Ich finde es ja toll, wenn da sogar ein rotes Lämpchen für “Wasser ist alle” dran ist. Nur nutzt es mir rein überhaupt nichts, wenn das wirklich erst aufleuchtet, wenn tatsächlich kein Wasser mehr drin ist. Aber halt: wenn es aufleuchtet, IST ja sogar noch Wasser im Tank??? Wieso das denn? Ein Test hat ergeben: das würde gerade so für eine Tasse reichen. Warum stoppt die Maschine dann aber eigentlich schon beim Erreichen dieses Wasserstandes und würgt die fehlenden paar Schlucke nicht noch raus?

Ihr seid doch Blindsegler sondersgleichen. Und kommt mir jetzt nicht mit “aber der Wassertank ist doch durchsichtig…” – einen Dreck ist er das, wenn wie bei mir die Maschine aus Platz- und Organisationsgründen in einer Ecke und mit genau der Seite an der Wand steht, auf der sich der Tank befindet. Ich baue meine Küche nicht wegen Euch um.

Außerdem ERWARTE ich bei dem stolzen Preis für einen Vollautomaten, dass er mir sagt, wenn das Wasser knapp wird und ich keinen vollen Durchgang mehr rauslassen kann. Also vor allem, wenn eine solche “Logik” ja sowieso schon eingebaut ist und nur einfach viel zu spät Bescheid gibt. Nämlich dann, wenn man das Knöpfchen schon gedrückt hat, der Kaffee schon gemahlen und die Tasse – ja, eben nur zum Teil voll ist.

Ich kanns einfach nicht fassen. Egal, ob das Ding einen Wassermengenregler hat oder nicht: Ihr wisst doch auf wenige Milliliter genau, wie viel Wasser da pro Tasse maximal durchläuft. Und wenn jemand keine schnieken Winztässchen, sondern haushalts- und büro-übliche Tassen verwendet und deswegen auf “2 Tassen” drückt, ist die maximal benötigte Wassermenge also zwei mal der einfache Maximal-Durchlauf. Was ist also so schwer daran, die Logik für die “Wasser alle”-Anzeige so zu basteln, dass sie zuverlässig sagt, ob da jetzt noch so ein Haferl drin ist oder nicht?

Bei meiner nächsten Maschine wird das definitiv ein K.O.-Kriterium. Denn es nervt einfach tierisch, wenn man sich auf eine große Tasse freut (z.B. morgens, wo ich ohne Kaffee sowieso noch kein Mensch bin – von wegen, die Neandertaler sind ausgestorben!) und doch wieder nur ein Pfützchen bekommt. Und wie viel Kaffee man unter Umständen damit auf Dauer einfach ungenutzt oder zumindest nicht optimal genutzt wegschmeisst, darüber will ich im Moment gar nicht nachdenken. Klar, bei den 08/15-Bohnen vom Discounter für 4,99€ das Kilo würd ich auch drauf pfeifen, aber wer ein wenig mehr für wirklich gute Bohnen ausgibt, der ärgert sich schon irgendwie über jede verschwendete Bohne.

Also gleich mal die Frage in die Runde: wer hat einen Vollautomaten, wo dieser “Alarm” wirklich zuverlässig funktioniert?

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8 Kommentare

  1. Vielleicht solltest Du vom Entwickler eines High-End-Gerätes keine “schlichte” Programmierer-Logik erwarten? Ein oder zwei Tassen Kaffee, das ist doch sowas von virtuell! Dafür hat das Gerät wahrscheinlich einen ausgezeichneten cw-Wert und kommt auch mit erhöhter Schneelast sicher bestens klar …

    Wie ich meinen Kaffee trinke, poste ich hier besser nicht ;-) . Jedenfalls keine Erfahrungen mit edlen Kaffeemaschinen. Aber ich habe mich beim Lesen gerade köstlich amüsiert!

  2. Gar nicht. Ich trinke Tee ;)
    Von der Zubereitung her russisch bzw. asiatisch.

    Mein morgendliches Teeritual beinhaltet eine leicht tropfende Kanne, schwarzen Tee (Sir Winston Broken Orange Pekoe), Milch, Zucker, eine normale Tasse, ein kleines Sieb und einen Lappen zum Nachwischen (zumindest für die ersten 2 Tassen – danach gehts).

    cu, w0lf.

  3. Das ist der SAECO, den Du ja nicht soooooo toll findest! Aber der blinkt öfter OHNE Grund, aber die Tassen sind immer voll……………………

  4. Offenbar gilt: je neuer, desto blöder.

    Meine alte Siemens TC55002 werkelt seit ca. 6 Jahren, zunächst in einem Kaffee-Trinker-Haushalt mit 2 Personen, seit fast zwei Jahren in meinem Büro mit 3-4 Kaffee-Trinkern und 2-3 Tassen am Tag. Ein einziges Mal musste bisher viel investiert werden: Brühgruppe und Heizung waren am Ende – die Maschine wurde undicht. Aber nach 5 Jahren darf sie das auch.

    Der Magnetschalter des Wassertanks arbeitet übervorsichtig. So kann es sein, dass das Wasser ausreichen würde, die Maschine meldet dennoch “Wassert. füllen”. Sind die Bohnen während des Mahlvorgangs alle, kommt die Meldung “Bohnenbeh. leer”, man füllt nach, drückt auf den Knopf und weiter geht’s, nichts ist verloren.

    Meine Zweite, eine Siemens S20, macht da schon einen Rückschritt: Zwar ist die Wasserstandsmeldung immer noch korrekt, reicht aber die Bohnenmenge nicht mehr für einen Kaffe, wird das Mahlgut weggeworfen. Das ist ärgerlich.

    Unsere nächsten Maschinen werden wahrscheinlich mahlen, pressen, brühen und zum Schluss die Ausgabe des Kaffees mit der Meldung verweigern: “Bitte Stecker in Steckdose stecken”.

    • Nö, also komplett ungenutzt wegwerfen tut meine glücklicherweise nichts. Zumindest der Anbrüh-Tropfen wird immer in die Tasse gepresst. Ist aber dennoch ärgerlich. Und wenn die Bohnen alle sind, hab ich letztens festgestellt, dass sie dann einfach stur (oder nur pflichtbewusst?) die Tasse brüht. Frag nicht, was für ein “schmutziges Wasser” ich deswegen vorgestern morgens aus Versehen genippt habe. Ja bäh. Das war mit Abstand das widerlichste, was ich je auf nüchternen Magen kosten “durfte”… :(

  5. Ich habe überhaupt keinen Vollautomaten mehr, meiner hat – nach vielen Ärgernissen – pünktlich zum Auslauf der Garantie den Geist aufgegeben. Und man sagte mir das sei so ziemlich die durchschnittliche Lebenszeit, 2-3 Jahre! Ein teurer Spaß!

  6. Ja, der Wassertank an der De Longhi ist winzig, hast du das nicht vor dem Kauf schon bemerkt?

    • Das hab ich. Beziehungsweise war mir klar, dass die meisten Maschinen dieser Art keine allzu großen Tanks haben können. Aber was ich eben so madig finde ist die Tatsache, dass die Maschine selbst nicht weiß, ob das Wasser jetzt noch für eine doppelte Tasse Wasser reicht oder nicht. Das ist dilettantisch von den Ingenieuren, weil die Elektronik für eine richtige Lichtschranke oder ähnliche Lösung in der Herstellung sicher weit unter 5 Euro kosten würde.

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