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Restaurant-Tipp: Nifo in Neufahrn – bester Thai weit und breit

Die Homepage des Nifo - Klick, um dorthin zu gelangen

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Gestern war mal wieder Zeit, richtig lecker Essen zu gehen. Und da wir Urlaub hatten und sowieso zu Ikea nach Eching wollten, kam mir die Idee, dass wir doch einfach das Mittagsangebot bei Nifo im Neufahrner Kinokomplex nahe der Autobahnausfahrt Freising-Süd nutzen könnten. Wir waren leider erst einmal letztes Jahr dort, aber da hatte mich dieser Laden schon schwerst beeindruckt! Und “all you can eat” – mittags für nur 6,90€ pro Person! Na, ob die damit bei meinem Appetit und Magenvolumen nicht Miese machen? Nur gut, dass ich nicht öfter in der Nähe bin…! ;)

Das Restaurant an sich ist etwas schlicht im asiatischen Stil eingerichtet (ist aber glücklicherweise auch nicht so mit Kitsch und Pomp überladen wie der Standard-Chinese) und nach meinem persönlichen Geschmack fast etwas zu schwach beleuchtet. Zumindest an den Tischen würde ich gerade unter Tags für etwas mehr Licht sorgen. Was außerdem etwas negativ beim ersten Betreten auffällt ist die seltsame Akustik. Es ist einfach ein Riesenraum, bei dem man unter Umständen auch das Besteck-Klappern vom Tisch am anderen Ende der “Halle” hören kann. Aber das sind eigentlich nur Kleinigkeiten und gerade die Akustik merkt man nicht, wenn normaler Betrieb herrscht.

Deswegen zum Wichtigsten: das Essen.

Und das lässt sich echt in einem einzigen Satz zusammenfassen: der mit Abstand beste Asiate, den ich bisher hier in Deutschland kosten durfte. Nicht, dass ich alle kenne, aber ich war schon bei wirklich vielen. Und alle weiteren müssen sich fortan mit dem Nifo in Neufahrn messen.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll? Oder lohnt es sich überhaupt, viele Worte zu verlieren und diesen Tempel des Geschmacks und der Thai-Kochkunst vielleicht kaputtzureden?

Nein, das will ich eigentlich nicht.

Aber ich muss etwas zu den ganzen Leckereien sagen, die ich da probiert habe:

Selbstgemachtes Zwiebel-Karamel-Sambal-Oelek

Ich bekam schon beim Lesen Gänsehaut. Selbstgemacht! Ui! Und der erste Geschmackseindruck – Tomatenmark? Dieser wechselte nach etwa 1 Sekunde zu “Ketchup???”. Und erst nach 3-4 Sekunden kam dann das “ja leck – das ist ja SCHARF!!!!”. Aber irgendwie in Maßen. Und dank der Süße auch nicht so penetrant langanhaltend, so dass man für Minuten nichts anderes mehr schmecken würde. Hammer. So dermassen lecker, dass ich zwei Riesenlöffel davon brauchte…

Selbstgemachte süßscharf-Sauce

Die, die man immer zu den Wan Tans und Frühlingsrollen bekommt. Aber eben nicht aus der Flasche wie sonst üblich, sondern selbstgemacht. Unbeschreiblich, wie fruchtig das eigentlich schmeckt.

Selbstgemachte “Nifo-Sauce”

Wird ebenfalls zu den Vorspeisen gereicht und ist “leicht” scharf. Ich denke, die ist auf Wasabi-Basis. Oder “normalem” Meerrettich. Jedenfalls ist sie weiß, cremig und unglaublich lecker zu allen fritierten Vorspeisen.

Selbstgemachte Erdnuss-Sauce

Hierzu muss ich sagen, dass ich jetzt fast 20 Jahre immer wieder von den Saté-Spießen in einem kleinen, leider seit ewigen Zeiten nicht mehr existierenden, vietnamesischen Restaurant in Ingolstadt geschwärmt und geträumt habe (der Besitzer hatte als Kind von den Amis eine Ladung Napalm abbekommen, war körperlich sehr gehandicappt, konnte kaum Deutsch und verstarb viel zu jung Mitte der 90er). Diese Spieße waren für mich das Maß aller Dinge, was Erdnuss-Sauce angeht und alles andere war so dermassen meilenweit davon entfernt. Bis ich die im Nifo probiert habe. Die ist der neue Standard. Vergesst diese ganze grau-braune Schlodder-Pampe mit drei Erdnussbröckchen drin, die Ihr üblicherweise so beim Asiaten bekommt – diese Sauce im Nifo BESTEHT aus Erdnüssen! Ich war den Tränen nahe und musste wieder an den kleinen, buckligen, zaundürren “Pflau’wuai vo Hauss”-Mann aus Ingolstadt denken – und daran, dass ich hier seinen Meister gefunden hatte, vor dem auch er sich garantiert verbeugt hätte…

Selbstgemachte Wasabi-Salatsauce

Probieren! Leicht scharf und dennoch mild – perfekt zum Kraut-Karotten-Salat, aber auch zum grünen Salat. Ein echtes Wow-Erlebnis am Gaumen.

Ente in Gemüse

Ich habe noch nie derart zarte (und nahezu fettfreie) Ente bei einem Asiaten bekommen. Dass sie wegen der für ein Buffet nötigen Warmhaltebecken leider nicht auf Dauer richtig knusprig sein kann, ist klar. Aber ich ergatterte eine recht frische Ladung – und ich sah, dass die Stücke in der Mitte wirklich perfekt rosé waren. Das zusammen mit frischem, grünen Spargel und anderem, frischen (definitiv nicht Tiefkühl-)Gemüse in dunkler Ingwersauce – mir knurrt der Magen, wenn ich nur dran denke…

Huhn süß-sauer

Klar. Der Klassiker beim Asiaten. Hier aber wie ALLE Gerichte absolut ohne Zugabe von Geschmacksverstärkern. Allein das macht ihn übrigens zu einem Juwel im weiten Umkreis. Habe mich gestern abend noch mit einem Freund unterhalten, dessen Ex-Freundin eine leichte Glutamat-Allergie hatte. Und die testeten wirklich jeden einzelnen Asiaten und Lieferservice im Umkreis von 50km – und ALLE verwendeten das Zeug. Das Nifo jedoch nicht. Steht auch ganz stolz auf einem Schild an der Eingangstür. SO sollte das süß-sauer also schmecken. Richtig lecker. Nicht so pappig-süß und einfach nicht so “überdreht”, wie man das eigentlich gewohnt ist.

Schwein in rotem Thai-Curry

Auch so ein Klassiker. Den ich aber in dieser Leckerität und milden Schärfe auch noch nirgends bekommen habe. Vor allem war auch das Fleisch so dermassen zart und dass das Gemüse haargenau auf den Punkt mit perfektem Biss gegart war, versteht sich eigentlich von selbst… Ein Gedicht!

Frittierte Bananen

Jaja, wer kennt es nicht, dieses klassische Dessert. Man muss aber mal ins Nifo gehen, um eine gänzlich neue Variante davon erleben zu dürfen. Und zwar nicht einfach nur in langweiligem Teig verpackt, der noch vor Fett trieft und der zur Ablenkung dann in Honig ersäuft wird. Nein, dieser Teig ist wirklich extrem knusprig und nicht fettig und er enthält Mandelsplitter und schwarzen Sesam und ich bin mir sicher, einen Hauch Zimt herausgeschmeckt zu haben. Wer dazu lapidaren Honig haben will, kann das gerne tun – aber im Nifo gibt es eine selbstgemachte Kokos-Sahne-Creme, die ein bisschen wie flüssiges Raffaelo schmeckt und zusammen mit den Bananen oder auch Ananas…? Hammermässig gut!

Also das waren jetzt nur die Sachen, die ich wirklich probiert habe. Und ja, ich sagte ja: mein Magen ist groß! Vier große “Gänge” hatte ich so gesehen. Und eigentlich fehlen noch Worte für die kleinen, mit Surimi gefüllten Teigröllchen zur Vorspeise. Und die frittierten Fisch-Happen. Und die Chicken-Wings. Und das Bami Goreng. Und die scharfe Suppe. Und und und…

Ich kann nur eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen. Leute, geht ins Nifo und erlebt thailändische Kochkunst mal auf einem gaaaaaaaaaaaanz anderen Niveau!

Ach ja, das “All you can eat” gibts übrigens auch jeden Werktag abends für 13,90€ und mit noch viel mehr Gerichten zur Auswahl – mittags sinds nur 4 Hauptgerichte, abends dann mindestens 8 sowie eine Sushi-Bar. Und das allerschönste ist auch noch die Lage: erst da drin gemütlich essen und danach die Treppe ein Stockwerk höher ins Kino gehen (oder wer bei diesen Leckeritäten einfach nicht anders kann als sich so wie ich einen dermassenen Ranzen anzufuttern: es gibt auch ‘nen Aufzug! ;) ) und erst mal 1 1/2 Stunden “Verdauungslage” in einem bequemen Sessel genießen. Oder auch umgekehrt…

Das einzige wirkliche Problem: mir wird so schnell kein anderer Asiate mehr schmecken und ich will da eigentlich auch gar nicht mehr hin. Die Messlatte, die das Nifo legt, ist so dermassen hoch – adieu Kaiserpalast, noch viel mehr adieu Rosengarten, stellenweise sogar adieu Peking, und auch adieu an alle anderen… Sorry, aber was ihr da im Vergleich zum Nifo serviert, ist in etwa wie der Vergleich von Tiefkühlpizza zu dem Pizza-Gaumenschmaus, den man im L’Angolo in München bekommt…

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5 Kommentare

  1. Mhh… Ich war mal Sonntag Mittag da und das Restaurant war schlecht besucht. Die Speisen waren gut, aber die Lobeshymne mit den Superlativen kann ich jetzt nicht nachvollziehen.

    • Hm. Schlecht besucht muss ja nicht heißen, dass das Essen nicht gut ist. Wochenends war ich ehrlich gesagt auch noch nicht drin, nur unter der Woche. Da war verständlicherweise auch wenig los.

      Aber die Lobeshymnen – ich will nicht spekulieren. Und ich habe garantiert auch keinen verwöhnten, überkanditelten Gourmet-Gaumen, der noch ein Körnchen Pfeffer in 20 Liter Suppe rausschmeckt. Aber seit ich vor zweieinhalb Jahren dem Fertig-Mampf mit seinen Zusatzstoffen sowie der konventionellen Landwirtschaft abgeschworen habe und mich seitdem konsequent Bio und ohne Geschmacksverstärker und so Zeugs ernähre, glaube ich schon behaupten zu können, dass sich mein Geschmackssinn deutlich verbessert hat. Früher hätte ich daher wirklich feines Essen auch noch nicht so zu würdigen gewusst wie heute, weil meine Nerven auf Chemie trainiert waren und nicht auf “richtigen” Geschmack. Es könnte sogar durchaus sein, dass ich solches Essen wie im Nifo damals als “schlechter” empfunden hätte als dem Fraß im Rosengarten – einfach weil die gewohnte Chemie fehlt…

  2. Vielleicht hatte gestern der Koch Urlaub oder war krank – jedenfalls das Essen vom Bufet hat überhaupt nicht geschmeckt und war auch noch teilweise kalt. Wir waren um ca. 19 Uhr da, also auch eine Zeit wo nicht nur Reste in den Schüsseln liegen sollten. Aber diese waren kaum gefüllt, die Reste lagen sichtlich angetrocknet da, die frittierten Teige haben geschmeckt als ob sie nicht durch wären dafür fettig, alles andere hat irgendwie gleich geschmeckt mit dem einzigen Unterschied scharf oder kokos. Irgendwann später haben sie zwar die Schüsseln wieder aufgefüllt, aber da hatte ich vom Resteessen schon genug. Zwei Stunden später hat dann mein Magen rebelliert und mein Darm – ok, darüber rede ich jetzt nicht weiter.
    Also von "bestem Asiaten" weltweit entfernt und ich werde ganz sicher nie wieder dort essen! Übrigens waren auch nur ganz wenige Gäste da. Die überschäumende Kritik oben kann ich in keinem Fall nachvollziehen – leider :-(

    • Oh. Das ist echt schade. Wir waren erst wieder vor ein paar Wochen an einem Samstag Abend zu sechst dort und jeder war begeistert. Dann liegts wohl echt daran, dass das Essen zwangsweise altert, wenn nur wenige vom Buffet essen und daher so schnell kein Nachschub benötigt wird. Ich werd mir das jedenfalls merken und in so einem Fall dann besser von der Karte essen…

  3. Moin Lukuhlus,

    bin neulich über Deinen Rosengarten-Bericht gestolpert und kann Dir da voll und ganz zustimmen. ABER: Der Thailänder im Kino ist das schlimmste, was mir seit langem Wiederfahren ist, und ich war wirklich schon bei einigen. Die haben nicht ordentlich nachgefüllt, dass Essen war nur so lauwarm und die Orangensaftschorle kostet bei 0,4 Litern ca. 4 Euro. Ansonsten war das Zeug fettig ohne Ende. Ich war wirklich enttäuscht und kann es in keinster Weise nachvollziehen das es einem da taugen kann. Da ist der Rosengarten noch Gott dagegen.

    Aber ich geb Dir nen Tipp. Der Luckie in Freising ist sehr gut, zwar bissl europäisiert, aber immer schön frische Zutaten und der Luk Yaamo ist auch sehr gut, anders als der Luckie, eher „originaler".
     
    Und wenn Du es mal krachen lassen willst auf Thailändisch empfehle ich Dir den Brunch beim Mangostin am Flughafen. Das ist großes Kino, aber mit 27,90 pro Nase auch nicht billig. Aber lohnt sich!
     
    Beste Grüße
     
    Michi Ka.!

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