Der Kräuterseitling (oder doch -saitling?)

Kräuterseitling (Pleurotus eryngii) - Bild von wikipedia.es
Vergangene Woche hatte ich mal wieder ein richtiges Schlemmer-Mittagessen. Eigentlich sollte das ja in die Rubrik “Rezepte”, aber ich war so hungrig, dass ich nicht erst noch ein Bild davon machen wollte und außerdem gelang mir das Anrichten leider überhaupt nicht, weshalb es nicht besonders fotogen war. Aber dafür umso leckerer. Dabei war es so ein einfaches Gericht: Putenbrustfiletstücke und Kräuterseitling gebraten an Feldsalat (für Preussen: Rapunzel) mit Balsamico-Dressing.
Und da mich meine Kollegin während des Zubereitens gefragt hat, was denn das für zwei Monster-Pilze seien, wurde mir bewusst, dass diesen “Schwammerl” in der Tat wohl noch viel zu wenige Menschen kennen. Was nicht wirklich wundert, angesichts der Champignon-Schwemme in unseren Fertiglebensmitteln und Kühltheken der Supermärkte. Wie schade eigentlich, da es doch so viele wirklich extrem leckere Pilze gibt. Und viele sind auch noch deutlich leckerer als der inzwischen schon fast langweilig gewordene Champignon.
Nun, der Kräuterseitling gehört definitiv zu diesen Edelpilzen. Ich kenne ihn jetzt etwa ein Jahr, seit es ihn in meinem Tagwerk-Bioladen neben den obligatorischen Champignons, Austernpilzen und Shii-Take-Pilzen gibt. Fasziniert hat er mich sofort, da es einfach Riesen-Oschis sind und ein einzelner dieser Pilze nicht selten seine 100g erreicht. Und da er wohl ziemlich gut auf Substrat gedeiht, ist er in der Regel auch sehr sauber und muss fast nie geputzt werden. Also echt wenig Arbeit damit. Und dazu noch dieser gute, intensive Geschmack und der angenehme Biss, der nach dem Braten bleibt – einer meiner absoluten Lieblingspilze!
Und obwohl man zig verschiedene Rezepte dazu findet – ich hab ihn am liebsten einfach ohne großes Brimborium gebraten. Mit etwas Olivenöl (oder noch besser: Butter!), ein wenig kleingehackte Zwiebel und einer in Scheiben geschnittenen Knoblauchzehe. Was aber auch sehr gut dazu passt sind Kräuter, allen voran ein wenig Dill. Vielleicht daher auch sein Name? Also “Kräuter”seitling, weniger weil er selbst nach Kräutern schmeckt, aber weil er in Verbindung mit anderen Kräutern so gut ist?
Dieses Mittagsmahl ist daher einer meiner Allzeitfavoriten der extrem schnellen Küche im Büro. Eine Putenbrust (oder auch ein kleines Schweineschnitzel) in grobe Stücke schneiden und in einer Pfanne mit 2-3 EL Olivenöl schön Farbe nehmen lassen. Derweil zwei große Kräuterseitlinge in etwa 5mm dicke Längsscheiben schneiden, die Zwiebel fein hacken und den Knoblauch in Scheiben schneiden. Alles mit in die Pfanne, ggf. noch etwas Öl hinzugeben (Pilze saugen am Anfang so viel), pfeffern, auf mittlerer Hitze etwa 10 Minuten brutzeln und dazwischen immer wieder gut umrühren. Salzen aber erst ganz am Schluss, da Salz das Wasser aus Pilzen zieht und sie daher schnell trocken und lasch werden. Auch ganz am Ende dann ggf. nach Belieben noch mit Kräutern wie Dill oder Salbei abschmecken – fertig. Das ist so lecker, dass es dazu nicht mal eine Sauce braucht. Und natürlich ist in den 10 Minuten des Brutzelns auch locker Zeit, wie bei meiner Variante diese Woche eine Portion des Feldsalats zu waschen und ein einfaches Balsamico-Dressing (1/2TL mittelscharfer Senf, 1/2TL Salz, 1/2TL Zucker, 1/2 ganz fein gehackte Zwiebel, 2EL Balsamico, 2EL Olivenöl) zusammenzurühren.
Ich kann daher jedem nur den Tipp geben: haltet Ausschau nach dieser Leckerität und probiert sie einfach mal!
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Mit Olivenöl sollte man nicht braten, das einzige, was dazu wirklich taugt ist Kokosöl und rotes Palmöl. Bei Ölen mit ungesättigten Fettsäuren entstehen beim Erhitzen die gesundheitsschädlichen Transfette. Diese wurden jetzt in Kalifornien von Arnold Schwarzenegger verboten. Super!
…aber es schmeckt doch so lecker! ;o)
Man kann mit JEDEM Öl braten, nur darf man es nicht zu heiß werden lassen. Und der "Rauchpunkt" bei nativem Olivenöl liegt bei 185 Grad. 180 Grad reichen sogar zum Frittieren!
Es gibt andere Experten als "Arnie"!
Außerdem habe ich nicht verstanden, was denn der Schwarzenegger verboten hat…..gesundheitsschädliche Transfette?
Öl mit ungesättigten Fettsäuren zum Braten per se? Oder gibt es überhaupt keine Öle mehr mit ungesättigten Fettsäuren?
Habe das Rezept "Kräuterseitling" ausprobiert………Leckerität (Deinem Wortschatz entnommen).
Der ander Saitling ist übrigens ein Schafdarm!