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Kaffee auf Knopfdruck: DeLonghi ESAM 4000

DeLongi ESAM 4000 (Bild von Amazon - Klick für die Details)

DeLongi ESAM 4000 (Bild von Amazon - Klick für die Details)

Jetzt reichts. Nachdem meine erst ungefähr eineinhalb Jahre alte Kaffeemaschine zwar an sich noch funktioniert, der Schließmechanismus der Thermokanne aber derart windig zusammengeschustert war, dass er jetzt schon länger kaputt und der Kaffee innerhalb einer halben Stunde nur noch lauwarm ist – gestern habe ich bei ebay zugeschlagen. Im Laufe der Woche kommt jetzt also ein Kaffee-Vollautomat. Ein DeLonghi ESAM 4000. Nagelneu und mit voller Garantie.

Welche Art von Kaffeemaschine macht Sinn?

Die Entscheidung war nicht leicht. Zuerst dachte ich mir, uns reiche ja eigentlich wieder eine klassische Kaffeemaschine. Dann fiel mir allerdings auf, dass sich unser Kaffee-Verhalten in den letzten Monaten schon deutlich geändert hat. Am Wochenende – klar, da sind wir beide zu Hause und eine morgens frisch gebrühte Kanne ist meist innerhalb von einer Stunde schon weg. Oft trinken wir über den Tag verteilt auch zwei Kannen. Da macht es Sinn, eine normale Kaffeemaschine zu verwenden.

Unter der Woche aber? Meine kleine Göttin steht oft vor mir auf und geht zum Bus, bevor ich wach werde. Bisher macht sie daher immer ungefähr eine halbe Kanne, so dass jeder von uns eine große Tasse Guten-Morgen-Kaffee hat. Allerdings eben mit dem Problem, dass ich ihn dank der kaputten Thermokanne meistens nur noch lauwarm trinken kann. Und natürlich, man kann ihn in der Mikrowelle nochmal erwärmen. Aber ich finde, dass dann das Aroma drunter leidet. Hier wäre also schon sinnvoll, nur je nach Bedarf eine Tasse frisch zu brühen.

Also zwei Wochenendtage gegen fünf Wochentage. Da ist eigentlich klar, dass sich in unserem Fall eine Maschine anbietet, bei der immer nur eine Tasse frisch zubereitet wird.

Pads – Instant-Kaffee auf Kosten der Umwelt

Deswegen dann meine nächste Überlegung: eine dieser topmodischen Pad-Maschinen – oder einen richtigen Vollautomaten, der die Bohnen auch frisch mahlt? Aber irgendwie dachte ich nur höchstens 10 Sekunden über eine Pad-Maschine nach. Erstens durfte musste ich bereits alle möglichen Maschinen und Pads bei Freunden und Bekannten durchtesten und mir hat KEINE EINZIGE Variante wirklich gut geschmeckt.

Und zweitens finde ich es aus Umweltsicht eine Frechheit, was da mit den Pads für Müllberge produziert werden, geschweige denn von der nötigen Energie, um diese Einzelportions-Verpackungen überhaupt erst herzustellen. Die können von mir aus noch so “Bio” oder aus recycelbarem Material oder sogar aus verrottendem Papier oder sowas bestehen – um diese Portionen herzustellen ist garantiert mehr Energie nötig als um ein Pfund Kaffee auf einmal, “am Stück” zu verpacken. Totaler Schwachsinn also. Wieder mal nur so eine blöde Idee der Hersteller, uns irgendwelche Kram zu verkaufen, damit sie mehr Geld als vorher machen. Und wir dummen Verbraucher rennen wieder mal blind der Werbung hinterher. Weil es jetzt ja auch sowas von hip und in ist, seine Tassimomente zu genießen oder den Morgen mit Senseo zu beginnen.

Nein, sowas scheidet bei mir aus Prinzip also völlig aus und ich schenke jedem ein missbiliigendes Stirnrunzeln, der eine solche Maschine besitzt oder benutzt. Ihr faulen Umwelt-Ignoranten!

Ohne Scheuern, ohne Bücken…

…einfach nur aufs Knöpfchen drücken. Halt, das war ja eine andere Werbung. Für was war das gleich noch? Egal – jedenfalls reifte schnell der Entschluss, dass wir uns doch einen richtigen Vollautomaten zulegen könnten. Allerdings war der Blick aufs Angebot dann doch etwas ernüchternd. Eine schier unüberschaubare Anzahl verschiedener Geräte und Modelle – und Preise, bei denen ich erst mal so richtig schlucken musste.

Gut, ich trinke zu Hause wirklich gerne Kaffee. Und ich trinke ihn immer schwarz, weil ich das Aroma einfach wunderbar finde. Wer das mit Milch zerstört, der könnte in meinen Augen auch genauso gut sein Bier mit Wasser verdünnen oder die Milch einfach gleich pur trinken. Dementsprechend viel halte ich auch von diesen ganzen Modegetränken wie Cappuccino oder Latte Macchiato: gar nichts! Das ist für mich alles wieder mal nur so eine Etepetete-Sache. Ach, was bin ich in. Kaffee pur ist mir ja viel zu stark. Und weil es doch alle trinken und es so toll finden…

Wie dem auch sei – auch wenn ich gerne Kaffee trinke, sind 500€ oder noch mehr dann doch einfach zu viel für meinen Geldbeutel. Mag sein, dass diese Maschinen dann auch wirklich extremst leckeren Kaffee bereiten, aber wie gesagt. Zumindest im Moment ist das echt nicht drin. Später vielleicht mal, also so in drei, vier Jahren, wenn ich was auf der hohen Kante habe. Also habe ich mich bei den “Einsteigermodellen” mal umgesehen. So im Preisbereich zwischen 200 und 400€. Aber taugen die auch wirklich was?

Jura, Saeco, DeLonghi – wer die Wahl hat…

Von eigentlich allen namhaften Herstellern gibt es günstige Einsteigermodelle. Und über ebay sind viele davon sogar deutlich günstiger zu bekommen als im Fachhandel. Auch einem Gebrauchtgerät wäre ich prinzipiell nicht abgeneigt gewesen. Aber sicherheitshalber schaute ich mir vorher jedes der Geräte in meinem Preisbereich genauer an und suchte im Internet nach Erfahrungsberichten.

Obwohl – eine Marke schied bei mir eigentlich sofort aus: Saeco. Wir haben eine für ca. 400€ im Büro und ich muss sagen, dass da nur dunkle Brühe rauskommt. Mit Kaffee nach meinem Geschmack hat das in etwa so viel zu tun wie Weißwurst aus der Dose mit den Bio-Weißwürsten vom Erdinger Bio-Metzger. Farbe und Aggregatszustand sind vergleichbar, aber geschmacklich…? Bäh. Und auch wenn mein Kollege Tobi schwört, er habe zu Hause fast das gleiche Modell und da schmeckt der Kaffee richtig lecker – ich glaube es einfach nicht.

Im Zuge meiner Recherchen bin ich dann bei ebay auf einen Anbieter von generalüberholten Juras gestoßen, die voll in meinem Preisbereich wären. Allerdings musste ich in diversen Foren lesen, dass dort die Brüheinheit nur aus billigem Plastik besteht und außerdem nur mit Werkzeug zu erreichen ist. Genau diese sollte man aber schon ab und zu mal reinigen, auch wenn manche Jura-Besitzer Stein und Bein schwören, dass sie das jahrelang nicht machen mussten, der Kaffee dennoch schmeckt und die Maschine immer noch funktioniert. Nun ja – ich bin da eher skeptisch.

Im Kaffee-Netz habe ich dann aber von vielen gelesen, dass DeLonghi wirklich gute Maschinen baut. Der Kaffee soll gut schmecken, die Brüheinheit ist aus Metall und ist auch mit wenigen Handgriffen auszubauen und zu reinigen. Also sah ich mich nach DeLonghis um – und fand eine ESAM 4000 für faire 325€. Mit kostenlosem Versand.

Und so sitze ich nun hier und warte… Gestern bestellt, sofort per PayPal bezahlt und um 14:10 Uhr die Mail vom Verkäufer bekommen, dass die Maschine sofort in den Versand geht. Könnte also vielleicht sogar heute schon was werden, andernfalls eben morgen.

Nachhaltigkeit – Umweltgedanken – Abwägungen

Ist nun so ein Kaffee-Vollautomat aber eigentlich etwas, was mit meinem Gewissen vertretbar ist? Eigentlich brauchen die Dinger ja schon ganz schön Strom. Und für die Herstellung werden auch einige Rohstoffe gebraucht.

Doch ich sage: ja, das passt. Eine normale Kaffeemaschine ist auch nicht gerade ressourcen-schonend in der Herstellung. Und Strom braucht sie auch nicht wenig. Obwohl: auch wenn das jetzt kein Pauschal-Argument zum Energie verschwenden ist – mein Strom kommt von Naturstrom.de, also brauche ich da kein allzu schlechtes Gewissen haben und die Abwägung zwischen einer normalen Maschine und einem Vollautomaten sollte nicht am Strom scheitern.

Zudem braucht man für eine normale Maschine immer Filtertüten, die ja auch erst hergestellt und verpackt werden wollen. Und nicht zu vergessen: man muss auch die Kanne immer spülen, d.h. man verbraucht Spülmittel, was ja trotz guter Kläranlagen nicht so doll ist.

Das einzige “wenn” an diesem ganzen Gedanken: wenn die DeLongi lange hält… Denn klar, wenn die auch nach zwei Jahren schon ihren Geist aufgibt, dann ist der damit verbundene Schrott und die anschließende Neuanschaffung auch nicht gerade gut für die Umwelt. Allerdings: so ein Gerät trägt man auch eher mal zur Reparaur als eine normale Kaffeemaschine, die man eben einfach wegwirft und sich das nächste 30€-Gerät holt…

Alles in allem: ich freue mich auf die erste Tasse! Sobald das passiert ist, wird dieser Eintrag hier natürlich noch um einen Abschnitt mit der praktischen Erfahrung ergänzt…

Und wo sind jetzt die anderen Kaffeeholiker? Was habt Ihr so für Maschinen?

[EDIT] Erfahrungsbericht – Kurzzeit (24.04.2009)

So, nach drei Tagen mit der neuen Maschine ist es wohl an der Zeit, kurz über die ersten Erfahrungen zu berichten. Zuallererst einmal: der Kaffee ist hammergeil!!! So stelle ich mir das vor. Die Variationsmöglichkeiten dieser Maschine sind enorm, so dass wohl für wirklich jeden Geschmack etwas dabei ist. Ich stehe sehr auf den Bohnengeschmack, so als würde man eine ganze Bohne einfach im Mund zerbeissen. Und den bekommt man mit dieser Maschine hin. Aber auch wer es etwas sanfter haben möchte – die Kombination der Einstellungsmöglichkeiten von Mahlgrad, Wasser- sowie Bohnenmenge reicht echt von Mokka bzw. Espresso bis Spülwasser. Was ich allerdings auch lernen musste: auch wenn ich den Kaffee schwarz tinke, sollte man ihn kurz umrühren, sonst hat man bei den ersten Schlucken recht wenig Geschmack, am Ende dann aber “Bohne pur”…

Gut, die verwendeten Bohnen spielen beim allgemeinen Geschmack natürlich so ziemlich die Hauptrolle (wobei mir die oben erwähnte Saeco im Büro allerdings auch das Gegenteil bewiesen hat, weil da unabhängig von den Bohnen gleichbleibend öde Plörre rauskommt). Im Moment habe ich erst mal Bio-”Cafe Crema” von Edeka, weil ich jetzt im Urlaub nicht extra die 15km in den Tagwerk-Laden fahren wollte, um mir dort Gepa oder eine andere, “echte” Bio- und Fairtrade-Marke zu holen und deswegen nur ins Nachbardorf geradelt bin. Aber das wird wohl nächste oder übernächste Woche gemacht, je nachdem wie lange das 1kg-Pack jetzt reicht. Danach heißts dann zwar wohl wieder Mahlgrad und sonstige Parameter anpassen, aber das geht ja recht flott.

Ob es wichtig zu erwähnen ist, weiß ich nicht, aber wer sich einen fabrikneuen Vollautomaten kauft, darf diese nicht gleich an der ersten Tasse messen! Im Handbuch steht etwas versteckt, dass sich das Ganze erst 4-5 Tassen “einlaufen” muss. Dementsprechend lasch waren diese ersten Tassen auch. Erst seit gestern morgen habe ich Kaffee, der mir geschmacklich passt und der mich auch definitiv wach macht!

Zu den sonstigen Sachen wie Entkalken und Reinigen und dergleichen habe ich jetzt natürlich noch nichts zu sagen – aber das hole ich dann nach, sobald es so weit ist.

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9 Kommentare

  1. Im Büro werkelt eine 6 Jahre alte Siemens TC55002 (baugleich Saeco), zuhause eine Siemens Surpresso S20. Bin mit beiden Maschinen zufrieden. Als Kaffee gibt es zurzeit nur eine Sorte: Gepa transfair Bio Bohnen; kosten zwar im Schnitt 7 € das Pfund, aber ist lecker.

    Viel Spaß mit Deinem Automaten und genieße die neue Ära. ;)

    • Danke, das werde ich! :)

      Aber stimmt – Bohnen muss ich ja auch besorgen! Merci deswegen für den Tipp, denn Gepa sagt mir was. Gibts auch bei unserem Tagwerk-Laden und den gemahlenen Kaffee hab ich bisher auch fast immer gekauft. Ist definitiv sein Geld wert!

  2. Ohne Bohnen schmeckt der Café ziemlich dünn… :)

    • Also die ersten paar Tassen schmeckten auch MIT Bohnen noch etwas dünn. Stand aber groß in der Bedienungsanleitung, also dass sich die Maschine erst 4-5 Tassen lang einlaufen muss. Jetzt aber – wow! Das nenn ich mal Kaffee! :)

  3. spannend, spannend … wir hatten den vorgänger im büro, der allerdings die mitarbeiter in zwei gruppen gespalten hat: liebhaber und hasser.
    zu unserem erstaunen hat die maschine fast 3 jahre durchgehalten (bei einem tassendurchmarsch von etwa 1.000 tassen im monat).

    ich bin gespannt was du in nem halben jahr sagst, und ob du dann immer noch so begeistert bist.

    • Puh. Also 1.000 Tassen im Monat ist schon echt viel. Bei 20 Arbeitstagen – also 50 Tassen am Tag. Ihr habt entweder ein großes Büro – oder Ihr seid Kaffee-Junkies… ;)

      Aber das beruhigt mich auf jeden Fall bezüglich der zu erwartenden Lebensdauer. Bei unseren nur höchstens vielleicht 50 Tassen pro Woche…

  4. Wir sind mit unserer DeLonghi-Maschine auch sehr zufrieden (sie ist nur ein bisschen laut). Bin gespannt auf weitere Errfahrungsberichte… Hab deswegen gleich mal bei mir im Blog (www.coffee-culture.de) einen Link zu dir gesetzt (über einen Backlink würde ich mich natürlich sehr freuen).

    • Nun, nen Backlink hast Du ja jetzt schon mal über den (nicht-Nofollow)-Link hier im Kommentar bekommen… ;) Nö, klaro – Link in der Blogroll ist schon gesetzt. Kaffee-Fans müssen zusammenhalten! :)

      Aber über die Geräuschentwicklung meiner Maschine kann ich überhaupt nicht meckern. Diese neuere “S”-Serie ist wirklich angenehm leise (hab gelesen, dass dieses “S” genau dafür steht: “Silent” – ein neues Kunststoff-Mahlwerk machts anscheinend möglich). Ich kenne zwar die Vorgänger nicht, aber unsere Saeco im Büro ist zum Beispiel wirklich extrem laut. Da versteht man fast sein eigenes Wort nicht mehr, wenn die loslegt. Die DeLonghi aber – also unser Meerschweinchen-Käfig steht fast neben der Maschine, sie können sie nicht sehen, erschrecken aber nicht mal im geringsten, wenn ich unbeobachtet das Start-Knöpfchen drücke…

  5. Hey,

    auf der Suche nach einem Vollautomaten bin ich auf diesen Aritekl gestossen.
    Da ich auch die Esam 4000 haben möchte wollte ich eigentlich nur wissen, bist du immer noch Top zufrieden mit dem Gerät ??

    Gruß

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